Was für ein toller Standort! Hier stehen nicht nur drei Gebäude des Schultyp SK68 direkt nebeneinander – sie stellen auch noch die Entwicklung dieses Bautyps von Anfang bis Ende exemplarisch dar. Außerdem gibt es einen weitreichenden Umbau einerseits und Urzustände andererseits. Und es gibt sowohl eine schulische als auch eine außerschulische Nutzung. Falls man (aus welchem Grund auch immer) keine Zeit für alle 100 Standorte haben sollte, dann muss also wenigstens die Wallstraße drin sein.
Schauen wir etwa auf dieses Gebäude, dann sehen wir eines der frühesten SK68-Gebäude, das vielleicht sogar schon 1967 errichtet wurde. In der DDR trug die Schule den Namen des Schriftstellers Willi Bredel, der in entscheidenden Positionen für das Land aktiv war: Er war Mitglied des Zentralkommittees der SED und Gründungsmitglied der Deutschen Akademie der Künste. Er starb 1964, die Ehrung als Namensgeber der Schule folgte also nur kurz später.
Nach der Wende war hier die 3. Gesamtschule Berlin-Mitte untergebracht, als Oberschule am Köllnischen Park fand sie 2007 ihr Aus, da Schulen wegen sinkender Schülerzahlen zusammen gelegt werden mussten.
In diesem Jahr zog die Evangelische Schule Berlin Zentrum ein. Zusammen mit der Evangelischen Schule Berlin Mitte (eine SK68-Schule am Hackeschen Markt) bildet sie eine Gemeinschaftsschule. Trägerin ist die Evangelischen Schulstiftung in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Um 2012 übernahm die Evangelische Schule Berlin Zentrum (nicht Mitte – das ist eine andere Schule) das Schulgebäude direkt nebenan. Das dritte SK68-Gebäude in der Wallstraße wird sie wahrscheinlich nicht übernehmen, denn hier befindet sich die erwähnte außerschulische Nutzung: Das Theaterhaus Berlin mit Baujahr 1981.
