Über

Ich bin Silvio Schwartz und fotografiere Schulen vom gleichen Bautyp in Ost-Berlin.

Mit diesem Projekt bin ich dabei auf einer mehrfachen Zeitreise:

Zum einen tauche ich in die Jahre 1966 bis 1984, in denen diese Gebäude errichtet wurden. Ich sehe, wie ähnlich und doch wie unterschiedlich sie in die vielfältigen Kieze der Stadt gestellt wurden. Und ich sehe auch, wie unterschiedlich die Zeit mit ihnen umgegangen ist, von Abriss über Zerfall bis hin zu Modernisierungen und umfangreichen Umbauten ist da alles dabei.

Und es ist auch eine Zeitreise in meine eigene Geschichte: Von 1996 bis 2003 war ich Schüler an der Oberschule an der Weide, die im Jahr darauf aus dem Betrieb genommen und 2007 abgerissen wurde. Die Geschichte meiner Schule habe ich im Dokumentarfilm „Die Schule an der Weide“ nachgezeichnet.

In den Recherchen zu dieser Dokumentation hatte ich mich erstmals mit dem Bautyp „SK68 Berlin“ bzw. „Schultyp Singerstraße“ beschäftigt. Dabei habe festgestellt, dass nur schwer etwas dazu zu finden war. Über die Bedeutung von Architektur für Bildung in der alten Bundesrepublik und im vereinten Deutschland konnte ich Literatur finden. Und WBS70, die standardisierte Neubauwohnung in der DDR, hat es zu einer gewissen Berühmtheit auch außerhalb der Architekturszene gebracht.

Aber Schulbau in der DDR – speziell in Ost-Berlin – und der Umgang damit nach 1990? Das war ein blinder Fleck. Unterschiedliche Quellen nennen unterschiedliche Namen für den Bautyp. Zur Anzahl der Standorte machen sie erst recht ganz unterschiedliche Angaben. Von einer kompletten Auflistung ganz zu schweigen.

Dabei ist dieser Bautyp äußerst relevant: Er prägt allein schon durch die Menge der errichteten Standorte quasi ganz Ost-Berlin; und wo er nicht mehr steht, ist es ein Sinnbild für den Umgang mit Stadtbild und Gesellschaft nach 1990. Schließlich haben diese Gebäude Generationen von Schüler*innen geprägt. Diese Architektur hatte Einfluss auf ihr Lernen und auf ihr soziales Miteinander.

Ich freue mich deshalb, dass die Szene der Ostmoderne auch diesen Bautyp entdeckt. Und ich trage gerne meinen Teil dazu bei: Ab etwa 2016 habe ich die Standorte recherchiert, die ich seit 2017 fotografiere und auf Instagram und Facebook zusammen mit meinen Recherchen dazu veröffentliche. Darüber habe ich mehrere tolle Kontakte und Anfragen bekommen, die das Projekt unglaublich bereichern und für viel Motivation gesorgt haben.

Auf dieser Website schließlich stelle ich seit 2025 meine Recherchen und Fotos zur Verfügung.

Ich freue mich über jeden Kontakt zu diesem Projekt! Gerne über Social-Media-Accounts (siehe unten), über mein LinkedIn-Profil oder per Mail.