Dieser Standort ist offenbar der letzte seiner Art: Hier stehen sich nicht nur zwei Gebäude dieses Typs gegenüber (wovon es ja ein paar Fälle gibt), sie besitzen auch noch einen Verbindungstrakt zwischen beiden Häusern! Das war ohnehin eine sehr seltene Bauweise und inzwischen sind auch alle Standorte mit diesem Verbinder abgerissen. Nur dieser Standort ist geblieben.
Man sollte meinen, dass Gebäude, die so direkt miteinander verbunden sind, ein identisches Leben miteinander teilen wie Zwillinge. Nicht ganz, man könnte eher sagen: Sie sind zu Zwillingen geworden.
Bereits ihre Geburt liegt weit auseinander: Ein Gebäude wurde im September 1978 als 4. POS eröffnet, das andere im April 1979 als 5. POS. Dafür erhielt es bereits 1981 einen Namen (nach Wolfgang Langhoff, Schauspieler und Regisseur), das früher eröffnete Gebäude erst 1985 (nach Herbert Tschäpe, Widerstandskämpfer und Kommunist).
Nach der Wende wurden die beiden Gebäude dann endlich zu einer gemeinsamen Schule, nämlich zur 7. Gesamtschule, die den Namen „Wöhler-Oberschule“ bekommen sollte. Was meine Quellen nicht hergeben: Welcher Wöhler verdammt noch mal? Der 1771 geborene Tierarzt und Pädagoge August Anton Wöhler? Sein Sohn, der im Jahr 1800 geborene Chemiker Friedrich Wöhler? Nach beiden sind aktuell Schulen benannt (in Frankfurt/Main und Kassel) und beide haben Wikipedia-Seiten. Obwohl, letzteres trifft auf 21 Personen mit dem Nachnamen „Wöhler“ zu. Also, wer ist auf die Idee gekommen, beim Schulnamen den Vornamen wegzulassen?
Egal, die Wöhler-Oberschule gab es sowieso nur bis 2001. Im Jahr 2002 zog dann die Grundschule unter dem Regenbogen ein. Wieder in beide Gebäude, verbunden mit dem gemeinsamen Trakt? Nicht ganz: Offenbar zog die Grundschule nur in das ältere Gebäude. Das später erbaute Haus beherbergte zunächst die Barlach-Schule (wieder kein Vorname, ey!), bis diese 2010 auszog.
Seitdem sitzt in beiden Gebäuden wieder eine gemeinsame Schule. Und den Verbinder gibt es immer noch, den letzten seiner Art.
