Diese Schule wurde 1975 erbaut. Zumindest ist das eine der gesicherten Angaben. Die Chronik der Anlage Blankenburg spricht allerdings davon, dass die Schule am 30. April 1974 den Namen „Walter Siemund“ erhielt. Wikipedia nennt stattdessen den 12. September 1979 – was plausibel klingt, da Benennungen in der Regel einige Jahre nach Eröffnung stattfanden und die Schule laut einer Karte zumindest 1973 noch nicht stand.
Wer war aber Walter Siemund, der sowohl auf Wikipedia als auch dem ihm gewidmeten Stolperstein falsch geschrieben wird? Er war wie viele Namensgeber von DDR-Schulen ein Widerstandskämpfer, der der KPD angehörte. 1896 wurde er in Ladeburg bei Bernau geboren, lebte später in der Kleingartenanlage Blankenburg und während des Zweiten Weltkriegs schloss er sich der Widerstandsgruppe von Robert Uhrig (ein Namenspatron einer SK68-Schule in Lichtenberg) an. 1942 wurde er verhaftet und 1944 hingerichtet.
Schräg gegenüber der Schule, die einst den Namen eines Mannes trug, der Widerstand gegen die Nazis leistete, hat die AfD Pankow ihre Zentrale.
Im Schulgebäude ist seit den 1990ern eine Grundschule, die bei ihrer Benennung einen häufig eingeschlagenen Weg wählte: Möglichst unpolitisch, möglichst unverfänglich.
